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Concrete Cadillacs – Vostells Antidenkmal der Konsumgesellschaft

, museum FLUXUS+
Kunst

Sonderthema im museum FLUXUS+

Zum 35. Jahrestag des Skulpturenboulevards Berlin

27. August bis 20. November 2022

26. August - Vernissage

Anlässlich der 750 Jahrfeier Berlins war der Skulpturenboulevard Kurfürstendamm / Tauentzien 1987 mit acht internationalen Künstler:innen als Erfolgsgeschichte geplant. Innerhalb der vom Senat als Repräsentationskunst für die „gute Stube Westberlins” gedachten Werke störte die monumentale Skulptur 2 Beton-Cadillacs in Form der Nackten Maya als Beitrag des Fluxus-Künstlers Wolf Vostell empfindlich den öffentlichen Konsens davon, was Kunst im öffentlichen Raum sein sollte. Als eine von acht Großplastiken am Kurfürstendamm und Tauentzien wurde Vostells Werk auf der verkehrsumfluteten Mittelinsel des Rathenauplatzes realisiert und geriet dort schon vor Fertigstellung zum Politikum und Stadtgespräch Westberlins der späten 1980er Jahre, forderte Protestdemonstrationen, Gegenkunstwerke und eine �Bürgerinitiative gegen moderne Kunst� heraus. Inmitten des Kreisverkehrs positioniert, provozierten die beiden US-Cars im Betonmantel nicht nur die Anwohner, sondern mahnten vor allem die von der Stadtautobahn und dem Süd-Westen der Stadt kommenden Fahrzeuge als „Anti-Denkmal” der Konsum- und Automobilgesellschaft”, die Grenzen der Technik- und Fortschrittsgläubigkeit zu bedenken. Gemeinsam mit der Mitkuratorin und ehemals für den Neuen Berliner Kunstverein (NBK) i.A. des Senats tätigen Projektleiterin, Barbara Straka, stellt das museum FLUXUS+ die Hintergründe und heftigen Reaktionen auf Vostells Beitrag zum Skulpturenboulevard als Sonderthema im Kontext der Dauerausstellung des Museums dar. Zahlreiche Dokumente des reichen Medien- und Publikumsechos flankieren die Präsentation von Werken der eigenen Sammlung, ergänzt durch Leihgaben zur Werkgruppe der Autoskulpturen Vostells.

Die Ausstellung „35 Jahre Skulpturenboulevard - Berlin erinnert an dieses eher unrühmliche Kapitel der westdeutschen Öffentlichkeit kurz vor dem Mauerfall und erzählt zum 90. Geburtstag des 1932 geborenen Künstlers eine Erfolgsgeschichte, die wohl nicht anders als mit den Worten „There is no such thing as bad publicity” beschrieben werden kann.

Kurator_innen: Dr. Philipp John, Barbara Straka

Mi-So, 13-18 Uhr

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