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ÜBER BASEBALLSCHLÄGER­ JAHRE UND POTSDAMER GEHEIMTREFFEN

, Hans Otto Theater
TheaterLesung und Gespräch mit Dmitrij Kapitelman und Manja Präkels über Rechtsextremismus

1953 flohen etwa 500 Jüdinnen und Juden aus der DDR. 70 Jahre später, 2023, öffnete die erste Ausgabe des Mini-Festivals „Jüdische Ossis" im Hans Otto Theater einen Raum, der neue Perspektiven auf die gewohnten Debatten über die DDR und Ostdeutschland bot. Durch die Beschäftigung mit jüdischen Remigrant*innen in der DDR und ihren Nachkommen hören wir jene Stimmen, die besonderen Einfluss auf Kultur und Kunst der DDR hatten - und dennoch ihre Außenseiter blieben.

2024 widmet sich das Festival den Krisen der Gegenwart: Das Massaker vom 7. Oktober stürzt nicht nur die israelische Gesellschaft, sondern auch die Dias­pora in die Krise, zerbrach es doch die Gewissheit, durch Israels Existenz vor Pogromen und Verfolgung geschützt zu sein. Die Eruption antisemitischer Gewalt in der Folge des Massakers macht die Frage, ob man in Deutsch­land leben kann, so virulent wie seit der Nachkriegszeit nicht mehr. Auch die bevorstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland werfen bedrohliche Schatten voraus: Umfragen zeigen, dass rund ein Drittel der Ostdeutschen beabsichtigt, die AfD zu wählen. Gleichzeitig ist kein Ende des russischen Kriegs gegen die Ukraine in Sicht. Und die Aufmerksamkeit dafür schwindet zunehmend. ,,Jüdischen Ossis" widmet sich diesen Krisen und be­fragt sie nach historischen Kontinuitäten.

Eine Veranstaltung des Instituts für Neue Soziale Plastik in Kooperation mit dem Hans Otto Theater.

Tagesticket für Sonntag FESTIVALPROGRAMM 16-MÄR 20 UHR / REITHALLE Über Baseballschlägerjahre und Potsdamer Geheimtreffen Lesung und Gespräch mit Dmitrij Kapitelman und Manja Präkels über Rechtsextremismus Manja Präkels und Dmitrij Kapitelman lesen aus ihren Ro­manen und sprechen über rechtsextreme Gewalt von den 1990er Jahren bis heute. Im Anschluss spielt Manja Präkels mit ihrer Band Der singende Tresen. Die Schriftstellerin und Musikerin Manja Präkels wuchs in Brandenburg auf. 2017 erschien ihr autobiografisch geprägter Roman „Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß", der die letzten Jahre der DDR und die gesellschaftlichen Verwerfungen nach der Wende in einer brandenburgischen Kleinstadt beschreibt. Dmitrij Kapitel­man, Schriftsteller und 1986 in Kiew geboren, kam im Alter von acht Jahren als „Kontingentflüchtling" mit seiner Familie nach Leipzig. 2016 erschien „Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters" (HanserVerlag), 2021 folgte „Eine Formalie in Kiew" (HanserVerlag). 17-MÄR / 11 UHR /REITHALLE Ostdeutschland und die Krisen der Gegenwart Musikalische Matinee mit Andrej und Rachel Hermlin vom Swing Dance Orchestra Der Musiker Andrej Hermlin wurde 1965 in Ost-Berlin als Sohn des Schriftstellers Stephan Hermlin geboren. 1986 gründete er die Swing Dance Band, aus der 1995 das Swing Dance Orchestra ent­stand, bei dem er seitdem als Bandleader fungiert. Mit dieser Forma­tion veröffentlichte er zahlreiche CDs und trat regelmäßig national und international auf. 2011 erschien sein Buch „My Way - Ein Leben zwischen den Welten" im Aufbau Verlag, aus dem er während des Festivals lesen wird. Und natürlich spielt Hermlin Klavier. Begleitet wird er dabei von seiner Tochter, der Sängerin Rachel Hermlin. 17-MÄR / 14 UHR / REITHALLE Post ins Gelobte Land: Die DDR und Israel Lesung und Gespräch mit dem amerikanischen Historiker Jeffrey Herf über Erinnerungskultur in der DDR und Antisemitismus Wer sich mit Erinnerungskultur und Antisemitismus der DDR beschäftigt, kommt um die Arbeit des Historikers Jeffrey Herf nicht herum. Publikationen wie „zweierlei Erinnerung: Die NS-Vergangenheit im geteilten Deutschland" oder „Unerklärte Kriege gegen Israel" sind Standardwerke. Nach einer Lesung aus „Post aus dem gelobten Land" von Anna Seghers liest Jeffrey Herf aus seinen Werken. Im Anschluss wird er zunächst von Juliette Brungs befragt und beantwortet dann Fragen aus dem Publikum. Ein Gespräch über das weite Spektrum der Feindseligkeiten seitens der DDR gegenüber Israel, die Erinnerungs­kultur der DDR und die Frage, was dies für die Gegenwart bedeutet. Lesung und Gespräch finden in englischer und deutscher Sprache statt und werden simultan übersetzt. 17-MÄR / 14 UHR / REITHALLE GALERIE-EMPORE Post-Ost-Community, die Ukraine und die deutsche Öffentlichkeit Zur aktuellen Situation der Ukraine Informationen zum Inhalt und den Beteiligten folgen ab Februar. 17-MÄR / 16:30 UHR / REITHALLE Schreiben über „die Situation“: NEUE TEXTE ÜBER KRIEG UND ANTISEMITISMUS Szenische Lesung mit Texten über eine von Ungewissheit und Schmerz geprägte Gegenwart israelischer und in der Diaspora lebender Jüdinnen und Juden. Gelesen von Ensemblemitgliedern des Hans Otto Theaters. Am 7. Oktober 2023 wurden mit derTerror- lnvasion der Homos in Israel die schlimmsten Albträume der jüdischen Welt Wirklichkeit. Durch den folgenden Krieg und die zunehmend antisemitische Öf­fentlichkeit in der Diaspora ist kaum mehr abschätzbar, was die Zukunft bringt. Im Projekt „Now where? Wohin jetzt?" des Instituts für Neue soziale Plastik schreiben die israelischen und diasporischen Autor*innen Lena Gorelik, Julya Rabinowich, Hadar Galron, Avishai Milstein, Roy Chen und Maya Arad Yasur zwischen Oktober 2023 und Oktober 2024 kontinuierlich neue literarische Texte über eine von Un­gewissheit und Schmerz geprägte Gegenwart. Schauspieler*innen des Hans Otto Theaters lesen daraus. Begleitet wird die Lesung von Projektionen israelischer Kunst, die nach dem Massaker entstanden ist.

KONZEPT Stella Leder ÜBERSETZUNGEN Matthias Naumann

MIT Laura Maria Hänsel , Janine Kreß , Guido Lambrecht Das Mini-Festival findet statt im Rahmen des Bundesmodellprojekts Gefördert vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend

im Rahmen des Bundesprogramm "Demokratie leben" mit Kofinanzierung von und in Kooperation mit

Programm Hans Otto Theater

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